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#wfmv2021
Aktion gegen Ausgrenzung und Diskriminierung #wfmv2021

WIR für Menschlichkeit und Vielfalt – Stimmen zur Erklärung

Die Aktion "WIR für Menschlichkeit und Vielfalt" hat viele Unterstützer*innen. Lesen Sie hier die Botschaften einiger Verbände zur gemeinsamen Erklärung.

Ein Video der Irseer Kreis Versand gGmbH zur Aktion #wfmv2021

Botschaften der Verbände zur Aktion:

Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) unterstützt diese Initiative, weil Vielfalt und Menschlichkeit nicht verhandelbare Werte in einem demokratischen Zusammenleben sind und dieser Kampf dafür, ist auch Aufgabe des ABiD. Die Menschlichkeit verbindet uns alle in unterschiedlicher Art und Weise.

Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" (ABiD e. V.)

Nur wenn jeder Mensch mit seinen Stärken und Schwächen unsere Gesellschaft mitgestalten kann, entsteht eine Gesellschaft, die frei von Ausgrenzung und Benachteiligung ist. Vielfalt und Menschlichkeit sind die besten Garanten dafür, dass sich Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in allen Lebensbereichen verwirklichen können. Wenn wir die Vielfalt des menschlichen Seins als Chance und Bereicherung verstehen, ist eine lebenswerte, soziale und nachhaltige Gesellschaft möglich.

Ulrike Benkart, Dipl.-Sozialpädagogin, Leitung Ambulantes Wohnen von Zusammenleben e.V., Hamburg, Mitglied des Vorstandes von Anthropoi Bundesverband

Die Anthropoi Selbsthilfe tritt ein für die Rechte von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Mit großer Sorge sehen wir die Zunahme rechtsextremen Gedankenguts. Damit einher geht die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Unsere Geschwister, Töchter und Söhne mit Assistenzbedarf sollen sich auch in Zukunft in unserem Land nicht ausgegrenzt und benachteiligt, sondern gut aufgehoben und akzeptiert fühlen. Deshalb zeichnen wir mit für eine gewaltfreie, offene und inklusive Gesellschaft.

Anthropoi Selbsthilfe

Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen die Behindertenfeindlichkeit von rechten Parteien und Gruppierungen. Der Ausgrenzung von Minderheiten stellen wir uns entschieden entgegen. Wir setzen uns für eine inklusive Gesellschaft ein, an der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben. Menschen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Dafür engagieren wir uns. Menschlichkeit ist stärker als Hass.

Knut Fleckenstein, Bundesvorsitzender Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland

"Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Der wichtigste Satz unserer Verfassung, dem Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus diametral entgegenstehen. Inklusionsunternehmen leben die Werte einer sozialen, offenen Gesellschaft – in ihnen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung aus vielen Nationen Seite an Seite. Deshalb tritt die bag if ein für Menschlichkeit und Vielfalt. Denn gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte wollen wir eindeutig und mit Nachdruck Stellung beziehen.

Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen e. V. (bag if)

Werkstätten für behinderte Menschen ermöglichen Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen. Gleichzeitig setzen sie sich für Vielfalt, Inklusion, Demokratie und ein gemeinsames Europa ein. Gerade mit Blick auf unsere Geschichte dürfen wir Aus- und Abgrenzung von Menschen mit Behinderungen nicht hinnehmen. Die BAG WfbM hat die Erklärung mitgezeichnet, weil Hass, Hetze und Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen!

Martin Berg, Vorstandsvorsitzender Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V.

Die Lebenshilfe setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein, für Teilhabe statt Ausgrenzung. So sind wir bis vor das Bundesverfassungsgericht gegangen, damit wirklich alle Menschen – auch die mit einer Betreuung in allen Angelegenheiten – an Wahlen teilnehmen dürfen. Im Super-Wahljahr 2021 rufen wir dazu auf: Nehmen Sie Ihr Grundrecht wahr, verhindern Sie mit Ihrer Stimme, dass die Gegner unserer Demokratie immer mächtiger werden!

Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V., MdB und Bundesministerin a. D.

Niemand sollte aufgrund seiner Herkunft, seiner Behinderung, sexuellen Identität, seines Alters oder seines Geschlechts ausgrenzt, benachteiligt, oder gesellschaftlich abgewertet werden. Der BeB setzt sich für eine offene Gesellschaft ein, in der sich Menschen in ihrer Vielfalt ergänzen und bereichern

Frank Stefan, Verbandsvorsitzende des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)

Menschen mit Behinderung brauchen die Befähigung und den Mut, die Ressourcen im Sozialraum für sich zu nutzen. Dafür ist ein offenes und zugewandtes gesellschaftliches Klima wichtig. Als größter Selbsthilfe- und Fachverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Deutschland sieht der bvkm sich und uns alle aufgefordert, hierfür im Wahljahr 2021 bewusst einzutreten.

Helga Kiel, Vorsitzende des Bundesverbands für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm)

Wer in heutiger Zeit die Gleichberechtigung oder gar die Existenz von Menschen mit Behinderung und psychischen Beeinträchtigungen in Frage stellt, stellt sich in vollem Bewusstsein in die Tradition jenes Gedankenguts, welches im NS hunderttausendfachen Mord ermöglichte. Als Zivilgesellschaft müssen wir uns diesen Ideen der Ungleichwertigkeit von Menschen, die ihre politische Heimat in der AfD gefunden haben, klar und deutlich entgegenstellen. Gemeinsam mit allen, die für eine vielfältige und offene Gesellschaft stehen, setzen wir uns für die gleichberechtigte Teilhabe aller ein.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands

Die 40-jährige Geschichte von HIV zeigt wie ein Vergrößerungsglas: Entwürdigung, Ausgrenzung und Diskriminierung machen krank. Akzeptanz und Respekt sind unverzichtbare Grundlage für ein möglichst gesundes und erfülltes Leben. Aidshilfe-Arbeit bedeutet heute darum mehr denn je: die Freiheit schützen, Ausgrenzung entgegentreten und Emanzipation fördern. Ideologien der Ungleichheit verletzen die Menschenwürde. Niemand darf von Prävention und Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sein!

Sylvia Urban, Mitglied im Vorstand der Deutschen Aidshilfe

Eine Demenz trifft Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund: allein oder in Partnerschaft lebend, in der Stadt oder auf dem Land und mit verschiedenen Lebensmodellen. Menschen mit Demenz entwickeln im Verlauf ihrer Krankheit besondere Verhaltensweisen und benötigen zunehmend Unterstützung. Wir brauchen deshalb in der Gesellschaft die Bereitschaft zur Unterstützung und Toleranz. Deshalb haben wir uns als Deutsche Alzheimer Gesellschaft der Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt angeschlossen.

Sabine Jansen, Geschäftsführerin, Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Eine offene und inklusive Gesellschaft, die eine Voraussetzung zur Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen ist, ist das Gegenmodell von Gesellschaftsentwürfen, die auf einer Ideologie gründen, die einer rassistischen, diskriminierenden und menschenfeindlichen Orientierung anhängen. Einer geschlossenen Gesellschaft, die sich der Offenheit und Vielfalt, dem Dialog und dem demokratischen Austausch widersetzt, ist entschieden und konsequent entgegenzutreten. Der Sündenfall der deutschen Psychiatrie in der NS-Zeit zeigt, zu welchen mörderischen Systemen geschlossene Gesellschaften führen können und sollte uns immer als Warnung vor Augen bleiben.

Richard Suhre, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e. V.

Die Diakonie Deutschland unterstützt eine gesellschaftliche Kultur der Toleranz und Wertschätzung von Vielfalt. Darin muss insbesondere für Menschen mit Behinderungen und psychischen Beeinträchtigungen das Versprechen der Solidarität, der Inklusion und Teilhabe unverrückbar gelten. Hierzu braucht es gerade im Super-Wahljahr 2021, in dem mit Zuspitzungen zu rechnen ist, eine besonders klare Haltung mit einer deutlichen Absage an Ausgrenzung, Diskriminierung und Ideologien der Ungleichwertigkeiten.

Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.

Wir unterstützen die Erklärung, weil Menschlichkeit und Vielfalt die Grundpfeiler einer friedlichen und gerechten Gesellschaft sind. Es kommt auf den Einsatz jedes einzelnen Menschen an, sich gegen Hass und Gewalt und für ein solidarisches Miteinander einzusetzen und danach zu leben.

Michael Söntgen, Vorsitzender Forum chronisch kranker und behinderter Menschen

Die Menschenrechte und die Grundrechte unserer Verfassung sind unser Kompass, die Bürgerrechtspolitik ist unsere Praxis, sie zu verwirklichen. Dafür setzen wir uns als LSVD ein. Zu den Grundrechten gehört auch das Recht auf Teilhabe und Schutz vor Diskriminierung. Das gilt auch für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen mit und ohne Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung. Gemeinsam treten wir für Menschlichkeit, Vielfalt und Respekt ein.

Henny Engels, LSVD-Bundesvorstand

Der VdK steht für eine menschliche Gesellschaft – für soziale Gerechtigkeit und Solidarität zwischen allen Menschen, die in Deutschland leben. Wir werden uns immer dagegen wehren, dass Personengruppen ausgegrenzt oder gegeneinander ausgespielt werden. Nur gemeinsam erreichen wir eine Gesellschaft, in der wir gut und gerne leben wollen. Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht, aktiv gegen alle einzutreten, die Menschen aufgrund von Alter, Geschlecht, Behinderungen, Religion oder Herkunft diskriminieren.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland e.V.

Als sozialer Dachverband der jüdischen Gemeinden und ihren vulnerablen Zielgruppen sind wir hoch alarmiert über wachsende demokratiefeindliche Kräfte. In Krisenzeiten zeigt es sich noch deutlicher: Es sind diese vermeintlichen Randkräfte, die Hass, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in die Mitte der Gesellschaft transportieren. Die AfD und ihre Anhängerschaft sind keine Partner zivilgesellschaftlicher Bündnisse, die das Ziel verfolgen, Menschen zu schützen, zu stärken und mit Gerechtigkeit und Würde zu behandeln.

Aron Schuster, Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland